Author Archives: Kai Friedhoff

Jugendbegegnung Berlin 2025

Eine Woche voller Lachen, Döner und erster Jab

Unsere Jugendbegegnung mit Marseille

Ende Oktober in den Herbstferien hat unsere Wettkampfboxabteilung nicht nur trainiert, sondern war Gastgeber für eine Gruppe Jugendlicher aus Marseille unseres Kooperationspartners Addap13. Die an der Jugendbegegnung teilnehmenden Sportler hatten schon das Glück, einige der Besucher für eine Woche in Marseille kennenzulernen. Nun waren wir an der Reihe, die Marseiller in Berlin willkommen zu heißen!

Eine Woche lang durften wir über Länder- und Sprachgrenzen hinweggucken, uns richtig nahkommen und eine Menge Spaß haben.

Bei den Jugendlichen aus Frankreich handelte es sich nicht um Boxer, sondern einfach neugierige junge Leute, die mit uns Berlin erleben wollten. Und das haben wir gemeinsam getan! Wir sind durch unseren Kiez gezogen, haben ihnen bei einer Kieztour unsere Ecken gezeigt und natürlich zusammen einen echten Berliner Döner gegessen.

Die anfängliche Schüchternheit war schnell verflogen, ersetzt durch gemeinsames Lachen, Händefuchsen und die Gewissheit, dass man sich auch mit wenigen Worten verstehen kann. Schnell klar wurde uns das beispielsweise beim gemeinsamen Kochen. Dass die Jugendlichen Köche über keine einheitliche Sprache verfügten, machte sich zumindest beim Abschmecken der Gerichte nicht erkennbar.

Natürlich haben wir extra für den Austausch auch dafür gesorgt, zwei wundervolle Dolmetscher*innen anwesend zu haben, mit deren „bewegten Sprachanimationen“ wir morgens in den Tag starteten.

Das Programm war bunt gemischt: Ein Ausflug in einen Gaming-Tempel hat für heiße Wettkämpfe und jede Menge Gelächter gesorgt. Ein Tag des Kletterns im „Magic Mountain“ hat selbst unsere eigenen und erfahrensten Sportler schön aus der Puste gebracht. Zu regulären Trainingszeiten haben wir die Halle für alle geöffnet, die mal in den Boxsport reinschnuppern wollten. Es war toll zu sehen, wie einige aus der französischen Gruppe mutig die Handschuhe schnürten und ihre ersten Schläge auf die Pratze übten. Und bei einigen schien der sportliche Funke sofort übergesprungen zu sein!

Für viele Jugendliche kam der Höhepunkt jedoch zum Schluss: ein Graffiti-Workshop. Plötzlich standen wir alle mit Sprühdosen vor einer Leinwand, haben gemeinsam geplant, ausprobiert und etwas ganz Eigenes erschaffen. Die Sportler entschieden sich für ein herzerwärmendes Kunstwerk gewidmet an ihren Co-Trainer, welcher bei diesem Austausch leider nicht dabei sein konnte. Und als Belohnung gab es danach für alle knusprigen, warmen Lahmacun. Der Perfekte Abschluss.

Ein herzliches Dankeschön an alle, die mitgemacht, organisiert und diese tolle Woche möglich gemacht haben! Und an Jugend für Europa für die Kofinanzierung!

Das Team der Boxabteilung

Jugendbegegnung Marseille 2025

Unsere erste Jugendbegegnung in Marseille war wild.

Da alle Boxerinnen und Boxer mittlerweile heile zu Hause angekommen sind, ist es Zeit für einen Recap.

Nach einer epischen Zugfahrt mit Überlänge haben sich die beiden Gruppen bei einer Tour durch die Stadt und einem gemütlichen Museumsbesuch in der prähistorischen Grotte Cosquer ein bisschen kennenlernen können.

Es folgten Ausflüge an den Strand und auf die Frioul-Inseln, die ganz im Zeichen von Mittelmeer und Wassersport standen. Im Kletterpark sind wir dann noch näher zusammengewachsen und haben auch unsere eigenen Grenzen überwunden. Eine Abenteuerwanderung in den Quartiers Nord mi Hotel du Nord brachte neben viel Muh und Mäh zusätzliche Aufregung. Darüber hinaus schauten wir uns ein Testspiel von Olympique de Marseille im Stade Vélodrome an.

Zwischendurch stärkten wir uns mit lokalen Spezialitäten und abends erkundeten wir in Kleingruppen diese fantastische Stadt.

An den späten Nachmittagen trafen wir uns zudem mit unseren neuen Freundinnen und Freunden von Hari Thai Boxing zum gemeinsamen Training und Sparring. Dort trafen wir auf die zwei französischen Champions Paul Japhet und Aslan Ach-Chaoui und standen ihnen sogar im Ring gegenüber.

Das Gegenüber war jedoch meistens ein solidarisches Miteinander. Egal ob im Gym oder bei den anderen Aktivitäten.

Wir sagen Merci an Jugend für Europa, deren Kofinanzierung diese tollen Erfahrungen für die Jugendlichen ermöglicht hat und an Addap13 für ihre Gastfreundschaft und die gute Zusammenarbeit.

Wir freuen uns, sie im Oktober in Berlin begrüßen zu dürfen.

Jahresende

Liebe Mitglieder und Freund:innen des Roter Stern Berlin 2012 

zum Jahresende möchten wir uns herzlich für euer Engagement, eure Solidarität und eure Unterstützung bedanken.

Ob auf em Platz, am Ring, im Training, bei Spielen, Wettkämpfen, Projekten, Veranstaltungen oder im Hintergrund der Vereinsarbeit – ohne euch wären wir nicht der Verein, der wir sind!

Wir wünschen euch und euren Liebsten* erholsame Feiertage, ruhige Momente zum Durchatmen und einen guten Start ins neue Jahr.

Solidarische Grüße
Euer Roter Stern Berlin

Zwei Mitgliederversammlungen, neuer Vorstand und ganz viel Bewegung

Hinter uns liegt ein bewegtes Vereinsjahr:
2025 brachte gleich zwei Mitgliederversammlungen mit sich – eine ordentliche und aufgrund eines formalen Fehlers zusätzlich eine außerordentliche Mitgliederversammlung.
Letztere fand hybrid statt und ist insgesamt sehr gut gelaufen.

Wir möchten uns herzlich bei den scheidenden Vorstandsmitgliedern Anna, Tammo, Jana, Sandra, Eric und Wanja für ihre Arbeit und ihr Engagement bedanken.
Besonders freut uns, dass Anna und Tammo den Verein weiterhin in der AG Finanzen unterstützen und so eine gute Übergabe begleiten.

Der neue Vorstand besteht nun aus:
Kai, Jonas, Richard, Aaron, Philip, Martin, Julian und Timur.

Neu eingerichtet wurde außerdem der Rat als Vernetzungs- und Arbeitsorgan des Vereins – ein weiterer Schritt hin zu mehr Austausch, Beteiligung und gemeinsamer Zusammenarbeit.

Auch der Beirat wurde erweitert:
Neu dabei sind Sandra, Karsten und Svenja, gemeinsam mit Christian.

2025 war für viele von uns anstrengend, intensiv und voller Veränderungen.
Umso mehr blicken wir nach vorn: Auf ein sternenfunkelndes, spannendes und bewegtes Jahr 2026 – mit neuen Strukturen, alten und neuen Mitgliedern und vielen nächsten Schritten.

Fußball mal anders – wir suchen dich!

Der Rote Stern Berlin startet zur Saison 2026/27ein neues Großfeldteam in der Berliner Freizeitliga

Wir wollen solidarischen, politischen und mackerfreien Fußball auf den Platz bringen.

Wir suchen Trainer*innen 👟
Ideal sind zwei Personen, die Lust haben, ein Team aufzubauen, in dem FairPlay, Respekt und Gemeinschaft im Mittelpunkt stehen.
Eine Lizenz ist nicht nötig – wichtiger ist echte Motivation.

Wir suchen Spieler*innen (18–50 Jahre) 🔴⭐
Du willst kicken, ohne dass Ego oder Leistungsdruck den Ton angeben?
Bei uns zählt Teamgeist vor Technik und Haltung vor Hackentrick!

Was uns wichtig ist 🤝
• Verbindliche Teilnahme am Training und an Ligaspielen
• Freundliches Auftreten gegenüber Gegnern & Schiris
• Spaß am Sport ohne Macho-Gehabe
• Solidarisches Miteinander – auf und neben dem Platz

Training 🕗
Mittwoch & Freitag, 20:00–21:30 Uhr
Sportplatz Behmstraße 27, 13357 Berlin

Interesse? Schreib uns! 📩
Kontakt: r.schade@roter-stern.berlin
fussball@roter-stern.berlin

Unser Selbstverständnis 🌈✊⭐
Das Großfeldteam des RSB gibt es seit 2019 – wir verbinden sportliche Ambition mit einer klaren politischen Haltung!

Wir stehen für Vielfalt 🌍, Fairplay 🤝und ein respektvolles Miteinander– auf und neben dem Platz.

Bei unseren Spielen zeigen wir Haltung: Peace, Pride und Refugees Welcome Fahnen sind unsere Begleitenden🤗

Wir arbeiten aktiv an unserer Teamkultur: Teamtreffen, Workshops, Austausch & Reflexion gehören dazu.

Einsatzzeiten richten sich nach Engagement, Verlässlichkeit und aktiver Beteiligung – nicht nach Lautstärke oder Ego.

Job Shadowing Marseille 2025

Der Rote Stern Berlin war erneut in Marseille unterwegs: für eine intensive Austauschreise voller sportlicher Aktionen, sozialer Projekte und inspirierender Begegnungen. Von Stadtführungen über queeren Sport bis hin zu Fahrradinitiativen – der Bericht zeigt, wie vielfältig und lebendig unsere Partnerschaften in Marseille sind.

Eine Delegation des Roten Stern Berlin 2012 e.V.  machte sich – kofinanziert von Jugend für Europa – erneut auf den Weg nach Marseille, um sich unter der Mittelmeersonne mit langjährigen Partnern und neuen sportlichen Impulsen auszutauschen. Projektleiter Martin hatte für diese Begegnung ein besonderes Zuhause gewählt: das Casa Ammirati im charmanten Viertel Chutes Lavie. Im schattigen Innenhof mit Pool und Zitrusbäumen fanden die täglichen Reflexionsrunden statt – ein Ort, der sofort Ruhe und Nähe erzeugte. Gastgeberin Natalie nahm uns herzlich auf und verwöhnte uns mit Frühstück und einem traditionellen Aioli-Abendessen.

Neue Eindrücke in der Stadt

Gleich zu Beginn führte uns eine Stadtführung zum Schwerpunkt Migration vom Vieux Port über den berühmten Boulevard Canebière bis in das Hafenviertel Belsunce. Die Erzählungen unseres Guides über die Einwanderungsgeschichte – von phönizischen Anfängen bis zu den Chibanis – verbanden sich mit Gerüchen, Geräuschen und Begegnungen: Gewürzläden, der Markt von Noailles, tunesischer Thé à la menthe. Vor dem Bahnhof St. Charles endete die Tour, wo koloniale Statuen noch heute Diskussionen auslösen.

Sozialarbeit & Stadtentwicklung

Ein Besuch im Kulturzentrum La Friche bot tiefe Einblicke in die Bildungs- und Sozialarbeit auf dem Gelände der ehemaligen Tabakfabrik. Heute findet man dort Schauspielschule, Skateplatz, Bolzplatz, Partys und Ateliers – und zugleich Herausforderungen: steigende Mieten für Räume, die früher Jugendlichen offenstanden. Ein Spaziergang durch das multikulturelle Arbeiterviertel Belle de Mai führte uns anschließend zum Couvent, wo der Verein Juxtapo Kunst, Gartenarbeit und gemeinschaftliche Mahlzeiten miteinander verbindet.

Hospitationen ohne Ende

Am Abend besuchten wir unseren langjährigen Kooperationspartner Ufolep in Frais-Vallon, einem der vielen marginalisierten Viertel in den Quartiers Nord. Nach der Hospitation einer Tchoukball-Trainingseinheit konnten wir die Sportart selbst ausprobieren. Ebenso spannend war die Hospitation bei den Urban Sport Trucks von Addap13, die unseren Verein zum Kiezsportbus (Link setzen) inspiriert haben. Auch weil wir hier unseren eigenen Leuten bei der Arbeit zuschauen konnten, waren diese doch im Rahmen desselben Projekts für einen Praxiseinsatz beim Partner. Und auch der Besuch beim Frauenfußball-Team der Marseille Panthers im Belle de Mai verknüpfte spannende Beobachtungen mit erkenntnisreichen Gesprächen.

Ein Fluss, der keiner mehr sein sollte

Ein besonderes Erlebnis war der Ausflug mit Charlie Fox von unserer Partnerorganisation Hôtel du Nord: Auf der Suche nach dem Fluss Aygalade fanden wir ihn unter Gitterrosten und Beton, eingeengt zwischen Autobahn und Industrieflächen. Ausgerüstet mit Ganzkörperanzügen wateten wir durch einen stark belasteten Fluss – und staunten dennoch über einen Reiher, der sich vor einem kleinen Wasserfall erhob. Zwischen Plastik und Schrott zeigte sich ein Stück unerwarteter Natur. Nach einer Kletterpassage über einen Zaun standen wir plötzlich wieder mitten im städtischen Alltag und müssten ein witziges Bild abgegeben haben.

Begegnungen über Sprache hinaus

Während eine Gruppe im Fluss unterwegs war, wanderte die andere mit der Organisation JUST. Hier treffen Menschen mit psychischen Herausforderungen und unterschiedlichsten Hintergründen zusammen. Die Atmosphäre war außergewöhnlich warm und unterstützend. Gespräche über Sport – und über das Leben – entwickelten sich trotz Sprachbarrieren ganz selbstverständlich und schufen ein Gefühl echter Verbundenheit mit der Stadt und ihren Bewohner*innen.

Queerer Sport & große Gastfreundschaft

Ein weiterer Höhepunkt war das Sportfest von Marseille Rainbow Sports. einem jungen Verein, der Sport für alle anbietet und mit den Angeboten gleichsam auch gezielt queere Refugees adressiert. Schon der Apéro am Strand am Vorabend sorgte für gute Laune – Wein, Sand, Boule und Wind inklusive. Beim Sportfest selbst konnte jede*r sich ausprobieren: Volleyball, Tischtennis, Fußball, Indoor-Speerwerfen oder einfach am Buffet entspannen. Die Freude der Gastgeber*innen über unseren Besuch war spürbar; die Siegerehrung bildete einen fröhlichen Abschluss.

Urbaner Fußball & mobiler Alltag

Einige nutzten einen freien Moment, um ein Spiel von Olympique Marseille im Velodrome zu besuchen – ein Erlebnis, das lange nachhallt. Mit der Radsportgruppe des RSB standen anschließend Fahrradprojekte im Zentrum: Eine Tour mit unseren Freunden von Roue Svelt verband Regen, Hügel, E-Bikes, dichten Stadtverkehr und Gespräche über Mobilität, Sicherheit und soziale Teilhabe. Ein Besuch bei Cyclotopia – einem Projekt, das Fahrradfahren für Kinder und Frauen zugänglich macht – war für viele eine überraschende, eindrückliche Erfahrung.

Street-Art & Breakdance

Zum Abschluss besuchten wir die bei dem fantastischen Verein Zemen im Norden Marseilles, wo Angebote für Kinder und Jugendliche rar sind und der Nahverkehr zu wünschen übrig lässt. Nach einer energiegeladenen Breakdance-Stunde ging das abschließende Battle klar an die U13-Gruppe. Das gemeinsame Abendessen war ein warmes Beispiel gelebter Gastfreundschaft. Am letzten Tag streiften einige durch die Stadt und ihre Demonstrationen, andere zog es in die Natur und ans Meer. Wir verließen Marseille mit einer Fülle an Eindrücken: wichtige, schöne, irritierende – und vor allem bleibende. Die Begegnungen, Gespräche und sportlichen Momente werden uns noch lange begleiten.