PM: Erinnerung an jüdischen Sport in Deutschland

im Rahmen der Aktionswochen gegen Antisemitismus der Amadeu-Antonio-Stiftung

Assimilation durch Muskelkraft

Aufgrund des antisemitischen deutschen Vernichtungswahns ist auf tragische Art und Weise vieles der jüdischen Geschichte in Deutschland zerstört worden. Es wurde versucht, Sportlerinnern und Sportler, Vereine, Sportstätten und vieles mehr in Gänze auszulöschen. Mit dieser Veranstaltung wollen wir ein wenig davon wieder aufleben lassen und uns in Erinnerung rufen, um dem Ausgrenzen und Vergessen vorzubeugen.“, so Christian Torenz, Vorsitzender des Roten Stern Berlins.

Im Zeitalter der Industrialisierung spielte Sport eine entscheidende Rolle bei der Herausbildung sozialer Identitäten. Arbeiter und religiöse Gruppen begannen sich in Sportvereinen zu organisieren. Für die politisch weitgehend emanzipierten deutschen Juden des frühen zwanzigsten Jahrhunderts stellten Sportvereine einen möglichen Weg zur bis dahin weitgehend ausgebliebenen, gesellschaftlichen Emanzipation dar. So wurden einerseits jüdische Sportvereine gegründet, die den Zusammenhalt innerhalb der jüdischen Gemeinschaft stärken sollten. Andererseits waren jüdische Sportler zur Zeit der Weimarer Republik vor allem in nichtjüdischen Vereinen aktiv. Sport diente hier als Mittel der Assimilation an die sich herausbildende industrielle Massenkultur. Zahllose jüdische Sportlerkarrieren durchziehen die Geschichte der Weimarer Jahre, insbesondere im entstehenden Profi-Fußball. Dem „jüdischen Geist“ im deutschen und europäischen Sport setzten die Nationalsozialisten jedoch ein schnelles Ende.

Gesellschaftliche Assimilation im Sinne der vollen Anerkennung durch die nichtjüdische Gesellschaft wurde ihnen nur so lange zuteil, wie sie allen sichtbar sich als Ausnahmen von der Masse der Juden abhoben. Kaum war diese dunkle Masse erst einmal auch nur für wenige Jahre verschwunden, wurden aus unseren „Ausnahmejuden“ wieder ganz einfache Juden, nicht Ausnahmen, sondern eher Vertreter eines verachteten Volkes.“ Hannah Arendt, 1951

Wann? 13. November 2012 um 18.30 Uhr

Wo? Galerie der Amadeu-Antonio-Stiftung, Linienstr. 139 in 10115 Berlin

Eine Veranstaltung des Roten Stern Berlin 2012 e.V.
www.roter-stern-berlin.com

Für Fragen stehe ich Ihnen jederzeit unter der 0176-64016785 zur Verfügung

November 13, 2012